Zagora und Tamegroute: Koranbibliothek und grüne Keramik am Rand der Wüste
Im Drâa-Tal, am Rand der großen Wüste, bilden Zagora und das benachbarte Dorf Tamegroute eine eigenständige Station — nicht nur einen Durchgangspunkt auf dem Weg zu den Dünen. Einst Karawanenstation Richtung Timbuktu, Stadt mit lebhaftem Markt und weiten Palmenhainen, historische Koranbibliothek und handgefertigte grüne Keramik: Dieser Teil Südmarokkos lohnt einen Zwischenstopp, ob man nun weiter Richtung Sahara fährt oder nicht.
Zagora ist eine Stadt im Drâa-Tal, im Süden Marokkos, etwa 160 km südlich von Ouarzazate (3 bis 3,5 Autostunden), einst eine wichtige Station auf der historischen Karawanenroute nach Timbuktu, in Mali, und weiter nach Westafrika. Bekannt ist die Stadt für ein Schild auf einem Hügel, das an diese historische Distanz erinnert, für ihren belebten Markt und die umliegenden Palmenhaine. Rund zwölf Kilometer südlich liegt Tamegroute, ein Dorf, dessen Name auf Tamazight ungefähr "der letzte Ort vor der Wüste" bedeutet und das ebenfalls einst ein religiöser und karawanenbezogener Handelsknotenpunkt war. Tamegroute beherbergt eine historische Koranbibliothek, die einst bis zu 50.000 Manuskripte umfasste (heute rund 4.000 erhalten), sowie ein Töpferviertel, in dem in gemeinschaftlichen unterirdischen Öfen die berühmte grüne Keramik mit ihrer Glasur aus Kupfer und Mangan gebrannt wird. Für den Besuch beider Orte reicht ein halber Tag.
1. Zagora: das historische Tor zur Sahara
Eine Station auf dem Weg nach Timbuktu
Entlang des Drâa-Tals gelegen, etwa 160 km südlich von Ouarzazate (3 bis 3,5 Autostunden), war Zagora über Jahrhunderte eine wichtige Station auf der Karawanenroute, die Marokko mit Timbuktu, in Mali, und weiter mit Westafrika verband. Händler und Kamelkarawanen, beladen mit Salz, Gold und Waren, zogen durch die Stadt, bevor sie sich in die Sahara wagten. Noch heute erinnert ein Schild auf einem Hügel oberhalb von Zagora an diese historische Distanz nach Timbuktu — einer der beliebtesten Aussichts- und Fotopunkte der Region, mit Panoramablick auf die Stadt, den Palmenhain und die Ausläufer der Wüste.
Der Markt und die Palmenhaine
Zagora bleibt vor allem eine lebendige Stadt: Ihr Markt, besonders belebt an Souk-Tagen, vereint Erzeugnisse aus dem Tal, Gewürze, Datteln und lokales Kunsthandwerk. Rund um die Stadt erstrecken sich weite Palmenhaine, gespeist vom Fluss Drâa, die einen Kontrast zur kargen Umgebung bilden und einen ersten Eindruck der Wüstenlandschaft vermitteln, die noch folgt.
2. Tamegroute: Koranbibliothek und sufische Weisheit
Rund zwölf Kilometer südlich von Zagora verdankt das Dorf Tamegroute seinen Namen einem amazighischen (Tamazight-)Ausdruck, der ungefähr "der letzte Ort vor der Wüste" bedeutet. Wie Zagora war Tamegroute historisch ein religiöser und kommerzieller Knotenpunkt für Karawanen auf dem Weg nach Timbuktu und Westafrika.
Bekannt ist das Dorf vor allem für seine Koranbibliothek (Bibliothèque Coranique de Tamegroute), eine der ältesten Marokkos. Auf ihrem Höhepunkt umfasste sie rund 50.000 Manuskripte zu so unterschiedlichen Themen wie Astronomie, Mathematik und islamischen Texten; rund 4.000 Manuskripte sind heute erhalten, manche mehrere Jahrhunderte alt. Diese Bibliothek zeugt von Tamegroutes Rolle als Zentrum islamischer Gelehrsamkeit und sufischer Spiritualität, insbesondere verbunden mit dem Schadhiliyya-Orden.
Um Zagora und Tamegroute im Rahmen eines größeren Wüstenrundgangs zu entdecken, brechen die meisten Reisenden von Marrakesch zu einer mehrtägigen Wüstentour auf, die das Drâa-Tal über Zagora durchquert, bevor es weiter zu den Dünen geht.
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3. Die grüne Keramik und das Ksar von Tamegroute
Tamegroute ist auch für seine grüne Keramik bekannt, einzigartig in Marokko. Die Töpfer des Dorfes verwenden ein traditionelles Glasurrezept auf Basis von Kupfer und Mangan, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und den Stücken (Schalen, Schüsseln, Becken, dekorative Tajines) ihre charakteristische smaragdgrüne Farbe verleiht. Gebrannt wird in gemeinschaftlichen unterirdischen Öfen, die direkt in den Boden des Töpferviertels gegraben sind. Besucher können den Handwerkern beim Formen des Tons, beim Auftragen der Glasur und beim Überwachen des Brennvorgangs zusehen, bevor sie ein direkt in der Werkstatt gekauftes Stück mitnehmen.
Das Dorf bewahrt zudem ein Ksar aus Stampflehm sowie ein Netz unterirdischer Gassen, typisch für alte Karawanenstationen und darauf ausgelegt, Kühle und Schutz zu bieten. Sich für ein paar Minuten in diesen gewölbten Gängen zu verlieren, vermittelt einen konkreten Eindruck vom Dorfleben vor der modernen Straße.
Suchen Sie eher eine mehrtägige Wüstentour, die durch Zagora führt? Sehen Sie sich unseren Ratgeber zur Wüstentour 2 Tage ab Marrakesch (Zagora) an, der die komplette Route bis zu den Dünen beschreibt. Um das Drâa-Tal mit dem anderen großen Wüstentor Marokkos zu vergleichen, sehen Sie sich auch unseren Vergleich Merzouga oder Erg Chigaga: Welche Wüste soll man wählen? an.
FAQ — Zagora und Tamegroute
Wo liegt Zagora und wie kommt man dorthin?
Was bedeutet der Name Tamegroute?
Was kann man in der Koranbibliothek von Tamegroute sehen?
Warum ist die Keramik von Tamegroute grün?
Sind Zagora/Tamegroute und eine mehrtägige Wüstentour dasselbe?
Zusammenfassung
Zagora und Tamegroute bilden eine reiche, unterschätzte Station im Drâa-Tal: ein historisches Schild Richtung Timbuktu, ein belebter Markt, eine jahrhundertealte Koranbibliothek und eine in Marokko einzigartige grüne Keramik. Ein halber Tag genügt, um beide zu entdecken, ob als eigenständige Station oder als Auftakt zu einer längeren Wüstentour.
Meine 3 wichtigsten Tipps:
- Beschränken Sie Ihren Besuch nicht auf das Schild von Zagora: Fahren Sie weiter bis Tamegroute für die Bibliothek und die Töpfer.
- Bevorzugen Sie den späten Vormittag, um die Töpferöfen in Betrieb zu sehen.
- Um in der Wüste zu übernachten, kombinieren Sie diese Station mit unserem Ratgeber zur 2-tägigen Wüstentour ab Zagora.






