Todra-Schlucht und Dadès-Tal: die Straße der tausend Kasbahs
Nach Aït Ben Haddou und Ouarzazate führt die Straße weiter ostwärts entlang der "Straße der tausend Kasbahs" (der N10): Das Rosental, die Dadès-Schlucht und die Todra-Schlucht folgen aufeinander, bevor die Route Merzouga erreicht. Es ist der spektakulärste Abschnitt der Fahrt von Marrakesch in die Sahara — und einer, den man nicht mit ein paar Fotostopps abhaken sollte.
Die Todra-Schlucht und das Dadès-Tal sind zwei Atlas-Canyons rund 100 km voneinander entfernt, auf der Straße zwischen Ouarzazate/Tinghir und Merzouga. Todra, nahe Tinghir, ist eine enge Kalksteinschlucht mit Wänden von etwa 300 Metern, bekannt für kurze Wanderungen und international bedeutendes Klettern. Die Dadès-Schlucht bietet eine kurvenreiche Bergstraße mit rund 25 km Serpentinen, vorbei an Berberdörfern und in den Fels gebauten Kasbahs, mit Ausblicken auf Felsformationen, die vor Ort "Affenfinger" genannt werden. Auf derselben Route blüht das Rosental bei Kelaa M'Gouna nur im Mai, wenn die Stadt Anfang des Monats ihr Rosenfest feiert. Beide Schluchten an einem Tag zu kombinieren ist möglich, aber straff; besser ist eine Übernachtung in Tinghir oder im Dadès-Tal, um die Strecke ohne Zeitdruck zu genießen.
1. Das Dadès-Tal und seine Schlucht: die Straße der tausend Kurven
Von Ouarzazate aus ostwärts folgt die N10 zunächst dem Dadès-Tal, gesäumt von Lehmkasbahs, die direkt in den Fels gebaut wurden und manchmal "Kasbahs aus Tausendundeiner Nacht" genannt werden. Hinter dem Ort Boumalne Dadès steigt die Straße in einer Folge enger Serpentinen über rund 25 km an, mit schwindelerregenden Ausblicken auf den Canyon. Dort fallen erodierte Felsformationen auf, die lokale Guides "Affenfinger" nennen, benannt nach ihrer markanten Silhouette.
2. Die Todra-Schlucht: der Canyon der Kletterer
Rund 100 km weiter, nahe der Stadt Tinghir, bildet die Todra-Schlucht einen deutlich engeren Kalksteincanyon: An seiner schmalsten Stelle fließt der Fluss Todra zwischen senkrechten Wänden von etwa 300 Metern Höhe. Der Ort ist beliebt für kurze Wanderungen (der spektakulärste Abschnitt lässt sich in ein bis zwei Stunden zu Fuß erkunden) und ein international anerkanntes Klettergebiet mit Hunderten gesicherten Routen an den Felswänden.
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3. Das Rosental: Kelaa M'Gouna
Auf derselben Route ist die Region um Kelaa M'Gouna für den Anbau der Damaszener-Rose bekannt. Die Rosen blühen tatsächlich nur im Mai, wenn die Stadt Anfang des Monats ein mehrtägiges Rosenfest feiert. Außerhalb dieses Zeitfensters verkaufen lokale Kooperativen das ganze Jahr über Rosenprodukte — Rosenwasser, Seife, ätherisches Öl — hergestellt aus der vorherigen Ernte.
Diese Etappe setzt die im Guide zu Aït Ben Haddou und Ouarzazate beschriebene Route natürlich fort. Für die weitere Planung Richtung Sahara siehe unsere dreitägige Wüstentour ab Marrakesch, und falls das endgültige Ziel noch offen ist, unseren Vergleich welche Wüste in Marokko wählen.
FAQ — Todra-Schlucht und Dadès-Tal
Was ist der Unterschied zwischen der Todra- und der Dadès-Schlucht?
Kann man beide Schluchten an einem Tag besuchen?
Wann blühen die Rosen im Rosental?
Braucht man ein Auto für den Besuch dieser Schluchten?
Wie passen diese Schluchten in eine Route von Marrakesch nach Merzouga?
Zusammenfassung
Die Todra-Schlucht und das Dadès-Tal bilden einen der eindrucksvollsten Streckenabschnitte zwischen Ouarzazate und der Wüste: einen senkrechten Canyon für Wandern und Klettern, eine spektakuläre Bergstraße zwischen Kasbahs und das Rosental als Frühlingsbonus.
Meine 3 Schlüsseltipps:
- Planen Sie eine Übernachtung in Tinghir oder im Dadès-Tal statt einer gehetzten Hin- und Rückfahrt.
- Betrachten Sie diese Etappe als Teil einer mehrtägigen Route nach Merzouga statt als eigenständigen Ausflug ab Marrakesch.
- Wer das Rosental in Blüte erleben will, plant den Besuch für den Mai.


